Mobil? Aber sicher! Einheit

Mobil?Aber sicher! Einheit

Mobil? Aber sicher! Ein Erfahrungsbericht

Heute war in meiner Fahrschule in Winterhude eine ganz andere Theoriestunde als sonst. Während normalerweise die Fahrlehrer/innen den Unterricht halten, gab es heute die Möglichkeit sich mit einer Fahranfängerin auszutauschen. Das Thema war Alkohol und illegale Drogen und wie sich diese auf das Fahrverhalten auswirken. Bevor sie mit dem Unterricht begann, betonte sie, dass dies ein geschützter Raum sei, die Veranstaltung freiwillig ist und alles was wir sagen unter uns bliebe. Celina, die die Veranstaltung durchführte, erzählte uns als erstes, dass sie Peer bei der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. sei und fragte uns, ob wir wüssten, was Prävention bedeutet. Ein Fahrschüler erklärte, dass es sich bei der Prävention um eine Methode zur Vorbeugung von Sucht handele, was Celina im groben bestätigte. Um in das Thema besser einsteigen zu können, hatte sie einen so genannten „Suchtsack“ mitgebracht, indem die Nachbildung verschiedener Drogen zu finden sind. Aus diesem Sack sollen die verschiedenen Gegenstände von den Fahrschülern nach und nach herausgezogen werden, über jede einzelne Droge wird dann informiert und diskutiert. Als erstes zog eine Fahrschülerin ein kleines Alkoholfläschen heraus, woraufhin wir die Wirkungen von Alkohol beschreiben sollten. Dabei wurden beispielsweise erwähnt, dass die Balance
nicht mehr so gut zu halten ist, das Sichtfeld stark eingeschränkt ist, so dass man einen Tunnelblick bekommt und die Hemmungen sinken.

Celina klärte uns außerdem auf, dass das hartnäckige Gerücht, dass man Alkohol durch verschiedene Einflussfaktoren, wie essen, trinken oder schlafen schneller abbauen könnte, falsch sei. Man fühle sich lediglich besser, doch der Abbau von Alkohol in dem Blut geht regelmäßig um 0,1 ‰ die Stunde herunter.

Da Alkoholkonsum bis zu einem bestimmten Maß im Straßenverkehr erlaubt ist, ist es wichtig, diese Grenzen und das Strafmaß bei Übertretung dieser, zu kennen. Für uns Fahranfänger gilt die 0,0 ‰ Grenze bis wir zwei Jahre unseren Führerschein haben und über 21 Jahre alt sind. Es gibt dann die 0,3 Promille Grenze (mit Auffälligkeit) und die 0,5 Promille Grenze (ohne Auffälligkeit). Die absolute Fahruntüchtigkeit liegt bei 1,1 Promille. Muss man seine Fahrerlaubnis abgeben, dann muss man unter Umständen eine so genannte Medizinisch Psychologische Untersuchung machen, um seinen Führerschein wiederzubekommen. Kurz MPU oder „Idiotentest“. Die einzelnen Elemente einer MPU sind sehr teuer, so dass schnell mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Hinzu kommt noch, dass es gerade bei der psychologischen Untersuchung zu einer hohen Durchfallquote kommt, diese liegt momentan bei nahezu 50 %..

Als nächstes wurde aus dem Suchtsack ein Handy herausgezogen. Wenn man sich mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt, so ist es verboten mit dem Handy zu telefonieren. Lediglich die Benutzung eines Headsets ist erlaubt. Der nächste Fahrschüler zog eine kleine Tüte mit Pilzen aus dem Suchtsack. Die Pilze sollten so genannten Magic Mushrooms darstellen. Diese haben eine Bewusstsein erweiternde Wirkung, so dass man auch Dinge sehen kann, die nicht da sind. In keinem Fall ist es erlaubt unter Einfluss dieser Droge ein Fahrzeug zu bedienen. Eine ähnliche Wirkung hat auch das chemisch hergestellte LSD. Es ist flüssig und wird zu Einnahme auf Zuckerwürfel oder so genannte „Pappen“ (Esspapier) geträufelt. Die nächste Person zog eine Packung Zigaretten aus dem Suchtsack. Die Gesetzeslage zeigt, dass Rauchen während des Fahrens erlaubt ist, jedoch ist es nicht zu empfehlen, da während des Rauchens oft kleine Missgeschicke (Feuerzeug suchen, Zigarette fällt runter) passieren können, die die Aufmerksamkeit beim Autofahren reduzieren. Das nächste Thema, dass wir behandelten war Cannabis. Der Wirkstoff heißt THC. Cannabis ist die Droge, die am längsten im Körper nachweisbar ist. Bei einem einmaligen Konsum kann es 7-10 Tage dauern, bei häufigem Konsum sogar bis zu 3 Monaten, bis das THC nicht mehr im Körper nachweisbar ist. Um den Konsum von Drogen feststellen zu können, gibt es verschiedene Verfahren. Bei einer Polizeikontrolle können Urin-, Schweiß-, oder Speicheltest angewendet

werden. Die Polizei hat bei einem begründeten Verdacht auf illegale Drogen oder Alkohol die Möglichkeit, den Fahrer/die Fahrerin auf die Wache mitzunehmen, um dort einen Bluttest durchführen zu lassen. Der letzte Gegenstand, der aus dem Beutel gezogen wurde war eine Nachbildung der Droge Crystal Meth. Diese Droge kann Nasal oder mit einer „Meth-Pfeife“ zu sich genommen werden. Es unterdrückt Müdigkeit und Schmerzempfinden und bewirkt, dass man euphorisch wird. Die Wirkung kann bis zu 36 Stunden anhalten. Zum Abschluss zeigte uns Celina einen Clip über die verschiedenste Drogen und wie diese sich auf das Fahrverhalten auswirken können.

Obwohl ich in der Schule auch schon mal was über das Thema gehört hatte, was das diesmal viel lockerer und ich hab tatsächlich auch noch ein paar neue Infos dazu bekommen. Gute Sache!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.