Erhöhtes Crashrisiko bei Cannabiskonsum

Sind Kiffer die „gechillteren Autofahrer“ oder sind sie einem höheren
Unfallrisiko ausgesetzt?
Zahlreiche Mythen ranken sich um dieses Thema und unterschiedliche Studienergebnisse
widersprechen sich hier teilweise stark.
Das hat eine Forschergruppe aus Kanada zum Anlass genommen und alle bereits bestehenden
Studien gesichtet und nach strengen Qualitätskriterien miteinander verglichen.
Dabei wurde eindeutig herausgestellt, dass sich das Unfallrisiko bei Fahrten unter Einfluss von
Cannabis (THC=Tetrahydrocannabinol ) verdoppelt. Je nach Einzelstudie lag dieser Wert zwischen
1,65 und 2,79.
Bei Personen, die regelmäßig (mehr als einmal pro Woche) kiffen, besteht sogar ein fast dreimal so
hohes Risiko für einen Autounfall als bei Nicht-Konsumierenden.

Die Polizei in Hamburg hält regelmäßig Fahrzeugführer an und testet sie im Verdachtsfall auch
auf illegale Substanzen. Anders als bei anderen illegalen Drogen, sind Abbauprodukte von THC
teilweise noch nach Wochen im Urin oder Schweiß nachweisbar. Schon der einmalige Konsum eines
Joints kann ausreichen, dass ein Verlust der Fahrerlaubnis und die Anordnung einer Medizinisch
Psychologischen Untersuchung (MPU) drohen.

Quellen:
Asbridge, M., Hayden, J. & Cartwright, J. (2012). Acute cannabis consumption and motor vehicle collision risk: systematic review of
observational studies and meta-analysis.
Sewell, R., Poling, J. & Sofuoglu, M. (2009). The Effect of Cannabis Compared with Alcohol on Driving. The American Journal in Addictions,
18, 185-193.